Die Richtcharakteristik gibt an, wie empfindlich ein Mikrofon gegenüber Schall aus verschiedenen Richtungen ist, oder anders ausgedrückt, wie laut es die Schallquellen aus verschiedenen Richtungen „hört“. Die wichtigsten Richtcharakteristiken sind:
Mikrofone: Richtcharakteristik
Mikrofone: Richtcharakteristik
Niere
Ein Mikrofon mit Nierencharakteristik nimmt den Schall direkt von vorne am besten, Schall von hinten nur minimal auf. Nieren sind deshalb wesentlich rückkopplungsfester als Kugeln und eignen sich damit sehr gut für laute Live-Bühnen.
Superniere
Die Superniere verfügt über eine noch stärkere Richtwirkung als die Niere. Allerdings ist sie direkt von hinten empfindlicher. Deshalb muss bei Verwendung von Supernieren speziell auf die Platzierung des Monitor-Lautsprechers geachtet werden. Sie eignet sich besonders für Mikrofonierungen, bei denen einzelne Schallquellen in lauter Umgebung aufgenommen werden sollen. Supernieren bieten die höchste Rückkopplungsfestigkeit.
Kugel
Die Kugelcharakteristik besitzt keine Vorzugsrichtung, d.h. sie nimmt den Schall aus allen Richtungen gleichermaßen auf. Dadurch muss auf keine exakte Ausrichtung geachtet werden, was insbesondere bei Ansteckmikrofonen sehr hilfreich ist. Ein Nachteil bei Kugelmikrofonen ist die hohe Ruckkoppelanfälligkeit, weshalb sie auf Bühnen im Live-Betrieb nicht eingesetzt werden (Glossar: „Rückkopplung“).
Acht(charakteristik)
Ein Mikrofon mit einer Acht (bzw. Achtcharakteristik) nimmt den Schall von vorne und hinten gleichermaßen auf und von der Quer-Richtung nur minimalst. Anzutreffen ist diese Charakteristik bei Bändchenmikrofonen oder auch Großmembran-Mikrofonen.
Symbole für Richtcharakteristika
| Symbol | Richtcharakteristik |
| Niere | |
| Superniere | |
| Acht | |
| Kugel | |
| Halbniere | |
| Hyperniere |
| INFO: Der Nahbesprechungseffekt |
| Bei jedem Mikrofon mit Richtwirkung (also nicht bei Kugelcharakteristik) tritt der so genannte Nahbesprechungseffekt auf. Je näher das Mikrofon an die Schallquelle herangebracht wird, desto stärker werden die tiefen Frequenzen angehoben, was einen wärmeren Klang verursacht. Professionelle Sänger arbeiten gezielt mit diesem Effekt. Soll die Stimme warm klingen, wird das Mikrofon direkt an die Lippen gehalten. Mit zunehmender Entfernung klingt die Stimme aggressiver und schriller. |