Beim digitalen Homerecording und Podcasting müssen die analogen Schallsignale in digitaler Form auf die Festplatte gebracht werden. In diesem Kapitel werden die verschiedenen Anschlussmöglichkeiten aufgezeigt.
Mikrofone
- Symmetrisch: Mikrofone liefern generell ein analoges Ausgangssignal. Hochwertige Mikrofone haben einen XLR-Ausgang mit drei Pins. Damit wird das Signal symmetrisch übertragen. Ein Pin dient als Masse, auf den beiden anderen Pins wird das Audiosignal übermittelt. Dabei ist Pin 2 das sogenannte heiße Signal und Pin 3 das kalte. Der Vorteil dieser symmetrischen Übertragung ist, dass hörbare Einflüsse auf das Kabel, wie beispielsweise Brummgeräusche durch parallel gelegte Netzleitungen, vermieden werden.
- Unsymmetrisch: Bei günstigeren Mikrofonen ist häufig ein Kabel fest montiert, das mit einem unsymmetrischen Klinkenstecker mit 6,3 mm oder 3,5 mm Durchmesser ausgestattet ist. Der Nachteil dieser unsymmetrischen Übertragung besteht darin, dass Störeinflüsse auf das Kabel nicht unterdrückt werden. Aus diesem Grund wird in der professionellen Mikrofontechnik ausschließlich mit symmetrischer Übertragung gearbeitet.
USB
Manche Mikrofone wie z.B. das PG27USB oder das PG42USB haben bereits einen digitalen Ausgang. Bei diesen Modellen wird das analoge Signal, das von der Mikrofonkapsel erzeugt wird, direkt im Mikrofon in ein digitales Signal umgewandelt. Dieses digitale Signal steht meist über einen USBAnschluss zur Verfügung, das Mikrofon kann damit ohne weitere Hardware direkt an einen Computer angeschlossen werden.
Diese Mikrofone bieten sich für den Einstieg ins Homerecording oder Podcasting an. Sie werden einfach in einen USB-Port des Rechners eingesteckt und stehen sofort zur Aufzeichnung und Bearbeitung zur Verfügung. Oftmals ist nicht einmal ein spezieller Treiber notwendig.
Wie können aber Mikrofone ohne digitalen Ausgang an einen Rechner angeschlossen werden?
Soundkarte
Um analoge Audiosignale mit einem Rechner aufzeichnen zu können, muss eine Soundkarte verwendet werden. Alle handelsüblichen Laptops sowie die meisten Rechner sind mit einer Onboard-Soundkarte ausgestattet. Diese Onboard-Soundkarten sind in erster Linie für PC-Spiele gedacht und bieten häufig einen hochwertigen Ausgang, meist auch mit Surround-Möglichkeiten. Die Mikrofon-Eingänge sind allerdings selten von guter Qualität und haben nicht genügend Verstärkung, um professionelle Mikrofone anzuschließen, so dass das Ergebnis meist von ungenügender Qualität und stark verrauscht ist. Zudem bieten diese Eingänge nur einen unsymmetrischen Eingang, d. h., ein professionelles Mikrofon mit symmetrischem XLR-Ausgang muss erst auf einen unsymmetrischen Stecker adaptiert werden. Damit sind auch die Vorteile der symmetrischen Überträger, wie die Vermeidung von Brummeinstrahlungen, hinfällig.
Aus diesen Gründen empfehlen wir die Verwendung einer besseren Soundkarte. Diese ist mit symmetrischen XLR-Eingängen und hochwertigeren Eingangsverstärkern ausgestattet. So lassen sich auch professionelle Mikrofone problemlos anschließen und rauscharme Ergebnisse erzielen. Für einen Home-PC bieten sich Soundkarten für den Rechner-Einbau an (PCI-Karte).
Für Laptops eignen sich externe Soundkarten mit digitalem Ausgang (USB oder Firewire), die schnell und einfach an den Rechner angeschlossen werden können. Diese externen Soundkarten bieten einen oder mehrere XLR-Eingänge für professionelle Mikrofone sowie vollwertige Eingangsverstärker und liefern damit gute Ergebnisse.
Eine einfache und schnell zu realisierende Möglichkeit stellt hier das Shure X2u XLR auf- USB Interface dar, das über einen XLR-Eingang und einen USB-Ausgang verfügt. Es ist mit einem symmetrischen XLR-Eingang ausgestattet und liefert ein digitales Signal per USB an den Rechner. In der Regel wird der X2u sowohl von PCs als auch von MACs ohne zusätzlichen Treiber erkannt und ist sofort einsatzbereit.
Mischpult
Eine dritte Möglichkeit ist die Verwendung eines Mischpults. Für Homerecording-Anwendungen bieten sich kleine Mischpulte an, die einige wenige symmetrische XLR-Eingänge aufweisen.
Der Ausgang des Mischpults liefert einen wesentlich höheren Pegel und kann daher an einen Line-Eingang des Computers angeschlossen werden. Hierfür eignen sich auch die üblichen Onboard-Soundkarten, da der Line-Eingang in der Regel eine passable Klangqualität aufweist. Allerdings muss auch hier ein spezielles Kabel verwendet werden, da die Ausgänge eines Mischpultes häufig mit symmetrischen XLR-Steckern ausgerüstet sind und der Line-Eingang der Soundkarte mit einem unsymmetrischen Stereo-Eingang.
Es muss also ein Adapterkabel von 2 x XLR auf 1 x Stereoklinke (3,5 mm) verwendet werden. Der Vorteil eines Mischpults liegt im Zusammenführen mehrerer (Mikrofon-) Signale. Auch wenn bei Aufnahmen üblicherweise für jedes Signal - Instrument oder Stimme - eine eigene Spur verwendet wird, kann ein Mischer helfen, eine schnelle Aufnahme, mit mehreren Signalen auf einer Spur, zu erstellen.
| INFO: Latenz |
| Jede Signal-Wandlung, egal ob analog zu digital oder digital zu analog, benötigt ihre Zeit. Diese Zeit wird als Latenz bezeichnet. Die Latenz drückt aus, dass das betreffende Signal erst mit Zeitversatz zur Verfügung steht. Eine Latenz von ca. 4 ms ist üblicherweise unkritisch. Wird diese Zeitspanne größer, können Musiker „aus dem Takt kommen“. Soll z. B. ein Sänger zu einem kompletten Bandmix singen und die Latenz ist zu hoch, setzt er entsprechend zu spät ein. Manche Onboard-Soundkarten haben eine recht hohe Latenz (200 ms und mehr). Während diese hohe Latenz für Podcasting oder Voice-Over Aufnahmen unproblematisch ist, führt sie beim Zusammenspiel von mehreren Musikern zu inakzeptablen Verzögerungen. Hochwertige Soundkarten erzielen eine Latenz von 4 ms und weniger. |